Medikamente

Grundsätzlich sollte mit Medikamenten während einer Schwangerschaft zurückhaltend umgegangen werden, wobei aber auch Unterschiede hinsichtlich des Schwangerschaftsalters zu berücksichtigen sind.

Ist eine Dauermedikation erforderlich, sollte schon vor Eintritt einer Schwangerschaft überlegt werden, ob die Arzneien für den Embryo verträglich sind.

Manchmal ist es möglich, durch ein anderes Medikament das Risiko für das Kind zu reduzieren.

Nimmt man vor dem Bekanntwerden einer bereits bestehenden Schwangerschaft Medikamente ein, so gilt das „Alles-oder-nichts-Prinzip“. Kommt es durch die Einnahme zu Schädigungen, setzt in den meisten Fällen eine frühe Fehlgeburt ein, die sich häufig nur durch ein verzögertes Einsetzen der Regel bemerkbar macht.

Viele Präparate sollten gerade in den ersten zwölf Wochen vermieden werden. Nimmt man sie allerdings zu einem späteren Zeitpunkt ein, ist die Gefahr für das Kind deutlich geringer bis nicht mehr gegeben. Andererseits gibt es aber auch Arzneien, welche die Wehen begünstigen bzw. das Wachstum des Kindes negativ beeinflussen können.
In jedem Fall gilt es, sich mit dem Arzt zu beraten und mit diesem den individuellen Nutzen und die Risiken einer notwendigen Einnahme gegeneinander abzuwägen.

Antibiotika

Es gibt zahlreiche Präparate, die auch während der Schwangerschaft eingenommen werden dürfen. Wichtig ist, den Arzt auf allfällige bereits bestehende Verschreibungen aufmerksam zu machen.

Betäubungsmittel bei Zahnbehandlung

Der beste Zeitpunkt für eine Zahnbehandlung liegt zwischen dem 4. und 7. Schwangerschaftsmonat (SSM). Bei Bedarf kann auch eine Betäubungsspritze verabreicht werden. Im Zweifelsfall sollte – insbesondere bei längeren Zahnbehandlungen – der Frauenarzt zu Rate gezogen werden. Umfangreichere Sanierungen sind nach Möglichkeit aber auf einen späteren Zeitpunkt zu verschieben. Bezüglich der Schädlichkeit von Amalgan-Füllungen existieren unterschiedliche Meinungen.
Generell können Zahnbehandlungen Stresshormone freisetzen, die sich möglicherweise ungünstig auf das Kind auswirken.

Schmerzmittel

Bei ausgeprägten Beschwerden (z. B. starke Kopfschmerzen etc.) können auch Schmerzmittel eingenommen werden. Empfohlen sind vor allem Paracetamol-haltige Tabletten. Acetylsalicylsäure (ASS, enthalten u.a. in Aspirin) kann in Einzeldosen eingenommen werden, doch ist es bei häufiger Anwendung vor allem im letzten Drittel der Schwangerschaft besser, auf andere Medikamente umzusteigen. Zur Entzündungshemmung sollten andere Stoffgruppen gewählt werden. Ibuprofen kann bis zur 30. SSW eingenommen werden, jedoch nur in Einzeldosen und möglichst nicht als Dauermedikation.

Migränemittel

Zur Schmerzbehandlung bei Migräne kann auf Paracetamol zurückgegriffen werden, auch in der Kombination mit Codein. Bei der Verwendung von Ergotamin-Präparaten ist darauf zu achten, dass sich die Gebärmutter nicht im wehenbereiten Zustand befindet.

Nasentropfen

Man kann auch während der Schwangerschaft Nasentropfen verwenden, wenn man dies nicht über zu lange Zeit macht. Empfehlenswerter sind Tropfen auf Salzbasis. Von Nasentropfen mit starker Wirksamkeit wird insbesondere in der Frühschwangerschaft abgeraten. Bevor sich die Infektion aber in den Nasennebenhöhlen festsetzt, ist es besser, auch solche Tropfen zu nehmen.

Abführmittel

Am besten ist es sicherlich, den Darm, welcher durch die hormonelle Umstellung in der Schwangerschaft zu Verstopfung neigt, auf natürliche Weise in Gang zu bringen. In Kombination mit reichlich Flüssigkeit, am besten Wasser, können allerdings Quellstoffe angewendet werden.

Antiallergika

Bei der Behandlung von Allergien oder Asthma ist die Kortisonanwendung auch während der Schwangerschaft möglich. Auf Cromoglycin-haltige Stoffe oder Antiallergika, die Clemastin enthalten, kann ebenfalls zurückgegriffen werden.

Vitamintabletten

Es gibt durchaus sinnvolle Vitaminpräparate und solche, die man besser nicht einnimmt. Was die Zufuhr von

Jod, Zink, Eisen anbelangt, so ist eine Beratung ebenfalls sinnvoll. Zu vermeiden ist eine Überdosierung von Vitaminen, insbesondere von Vitamin A und D.

Homöopathische Tees, pflanzliche Arzneien

Auch pflanzliche bzw. homöopathische Arzneien dürfen nicht bedenkenlos eingesetzt werden. Manchmal enthalten sie Alkohol bzw. Inhaltsstoffe, die für das Ungeborene eine Gefährdung darstellen können. Einmal mehr gilt: Besser nachfragen, als sich unnötige Sorgen machen. Folgende pflanzliche Mittel sind in der Schwangerschaft nur mit Vorbehalt anzuwenden bzw. gänzlich zu meiden: Aloe, Beifuß, Süßholz, Rhabarber, Sennesblätter, Bärentraubenblätter etc.

Johanniskraut

Es ist nicht ausreichend bekannt, ob Johanniskraut für das Kind schädlich sein kann. Auch wenn es sich hierbei um ein pflanzliches Präparat handelt, sollte man sich mit dem Arzt beraten, ob die Einnahme tatsächlich erforderlich ist. Eventuell sollte auf Alternativen umgestellt werden.