Blutarmut in der Schwangerschaft

Wie kommt es zur Blutarmut während der Schwangerschaft?

Frauen sind für Blutarmut im Allgemeinen anfälliger als Männer, hauptsächlich wegen Ihrer Menstruation. Wenn eine Frau ihre Menstruation gehabt hat, benutzt sie ihre Eisenvorräte, um wieder ihren normalen Eisenanteil im Blut zu erreichen. Aus diesem Grund haben nur sehr wenige Frauen einen Eisenüberschuss, wenn sie schwanger werden. Eisenbedarf während einer Schwangerschaft größer ist, unter anderem weil das Kind in seiner Wachstumsphase ist.

Warum ist Eisen so wichtig für Sie?

Eisen ist ein Mineral, das zur Produktion der roten Blutkörperchen benötigt wird. Die roten Blutkörperchen sind für uns wichtig, weil wir durch sie, mit Hilfe des Hämoglobins, Sauerstoff in unsere Zellen transportieren.

Was passiert genau?

Um genug Blut zu haben, dass durch die Plazenta mit Nahrung und Sauerstoff zum Kind gepumpt werden kann, bildet der Körper mehr Blut. In der Blutbahn wird einfach mehr Flüssigkeit (Plasma = Blutflüssigkeit) zurückbehalten. Diese größere Menge Blutflüssigkeit braucht mehr Eisen, um mehr Hämoglobin für den Transport des Sauerstoffs zu bilden.
Man rechnet mit einem um 45% größerem Blutvolumen während der Schwangerschaft. Wenn Sie nicht mehr Eisen als sonst zu sich nehmen, können keine neuen roten Blutkörperchen gebildet werden. Ca. 20 Wochen nach der Empfängnis fällt die Eisenmenge auf ihren Tiefpunkt. Viele Schwangere werden zu diesem Zeitpunkt sehr müde und erschöpft.

Wie viel Eisen brauchen Sie?

Wenn Sie nicht schwanger sind, brauchen Sie als Frau ca. 15 mg Eisen am Tag.
Wenn Sie schwanger sind brauchen Sie ca. 30 mg am Tag.

Ihr Eisenbedarf hat sich also verdoppelt, und ca. die Hälfte aller Frauen benötigt zusätzlich Eisen während der Schwangerschaft. Zusätzliches Eisen gibt es in Tablettenform oder als Mixtur. Es gibt auch verschiedene Naturprodukte die Eisen enthalten. Sie sollten wissen, dass Eisenpräparate Schwindel, Übelkeit, Brechreiz und Magenprobleme verursachen können. Um dem vorzubeugen, können Sie die Eisenpräparate vor dem Zubettgehen einnehmen, oder eine ballaststoffreiche Mahlzeit zu sich nehmen.

Welche Symptome treten bei Blutarmut auf?

Wenn Sie an kleiner oder mittlerer Blutarmut leiden, treten meist keine Symptome auf. Schlimmstenfalls fühlen Sie sich nur müde. Bei größerer Blutarmut treten folgende Symptome auf:

  • Müdigkeit, Schwäche mit großer Gefahr für Infektionen.
  • Blässe.
  • Herzklopfen.
  • Schwindelgefühle, ihnen wird Schwarz vor Augen.
  • Hang zur Ohnmacht.

Wenn Sie einige dieser Symptome bekommen, sollten Sie einen Arzt aufsuchen, um herauszufinden, ob Sie unter Blutarmut leiden!

Welche anderen Ursachen gibt es für Blutarmut?

Auch in anderen Situationen kann es zur Blutarmut kommen, z. B:

  • Blutungen.
  • Nieren-, Leber- oder Darmkrankheiten.
  • Infektionen.
  • Folsäuremangel (Folsäure ist ein Vitamin, das der Körper zur Bildung der roten Blutkörperchen benötigt).

Wenn Sie an diesen Krankheiten leiden, sollten Sie während einer Schwangerschaft zusammen mit Ihrem Arzt darauf Rücksicht nehmen.